Heizen mit Holz – Brennholz, Verbrennung und Bedienung

Heizen mit Holz hat eine lange Tradition. Moderne Holzöfen und Holzherde verbinden diese traditionelle Art der Wärmeerzeugung mit moderner Verbrennungstechnik und einer gezielten Wärmeabgabe.

Damit ein Holzofen zuverlässig und möglichst sauber arbeitet, kommt es jedoch nicht nur auf die Feuerstätte selbst an. Brennholz, Holzqualität, Scheitgröße, Verbrennungsluft und die richtige Bedienung gehören zusammen.

Wer diese Zusammenhänge versteht, kann seinen Holzofen oder Holzherd besser nutzen und die vorhandene Wärme des Brennstoffs sinnvoll einsetzen.

Das richtige Brennholz ist entscheidend

Scheitholz ist der Brennstoff, für den Holzöfen und Holzherde ausgelegt sind. Für einen guten Heizbetrieb sollte das verwendete Holz ausreichend trocken und für das jeweilige Gerät geeignet sein.

Zu feuchtes Holz kann die Verbrennung beeinträchtigen. Ein Teil der Energie wird dann zunächst dafür benötigt, die enthaltene Feuchtigkeit zu verdampfen.

Die Folge können unter anderem eine schlechtere Verbrennung und eine stärkere Rauchentwicklung sein.

Deshalb sollte auf geeignetes, ausreichend trockenes Brennholz geachtet werden.

Welche Holzqualität ist geeignet?

Für Holzöfen und Holzherde sollte geeignetes, naturbelassenes Brennholz verwendet werden.

Die Holzart kann dabei unterschiedliche Eigenschaften hinsichtlich Brennverhalten, Glutbildung und Wärmeabgabe haben. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Holzart.

Auch der Feuchtegehalt, die Größe der Scheite und die Lagerung spielen eine wichtige Rolle.

Das Brennholz sollte so gelagert werden, dass es ausreichend trocknen kann und vor dauerhafter Durchfeuchtung geschützt ist.

Die richtige Scheitholzgröße

Nicht jedes Holzscheit passt in jeden Ofen.

Die maximal zulässige Scheitholzlänge und die Größe des Brennraums sollten deshalb bereits beim Kauf des Brennholzes berücksichtigt werden.

Passende Holzscheite erleichtern das Auflegen und ermöglichen eine kontrollierte Verbrennung.

Zu große Scheite können den Brennraum ungünstig ausfüllen, während sehr kleine Holzstücke schneller abbrennen können.

Die jeweils zulässige Holzgröße finden Sie in den Angaben des Herstellers.

Wie entsteht Wärme beim Verbrennen von Holz?

Beim Verbrennen von Holz wird die im Brennstoff enthaltene Energie als Wärme freigesetzt.

Dabei laufen im Feuerraum verschiedene Vorgänge ab. Das Holz wird zunächst erwärmt. Anschließend werden unter anderem brennbare Gase freigesetzt, die mit der vorhandenen Verbrennungsluft reagieren und bei ausreichender Temperatur verbrennen.

Die dabei entstehende Wärme wird über die Konstruktion des Ofens an den Raum abgegeben.

Je nach Bauart kann dies beispielsweise über Strahlungswärme, Konvektion oder eine Kombination verschiedener Wärmeübertragungsarten erfolgen.

Verbrennungsluft – warum sie so wichtig ist

Eine gute Verbrennung benötigt ausreichend Luft.

Moderne Holzöfen führen die Verbrennungsluft gezielt in den Feuerraum. Je nach Konstruktion können dabei unterschiedliche Luftführungen und Luftregler zum Einsatz kommen.

Die Bedienung der Luftzufuhr sollte immer nach den Vorgaben des jeweiligen Herstellers erfolgen.

Eine zu stark reduzierte Luftzufuhr kann die Verbrennung beeinträchtigen. Gleichzeitig bedeutet eine dauerhaft maximal geöffnete Luftzufuhr nicht automatisch einen besseren oder effizienteren Heizbetrieb.

Entscheidend ist die richtige Einstellung für die jeweilige Betriebsphase und das jeweilige Ofenmodell.

Holzofen richtig bedienen

Ein Holzofen benötigt eine andere Bedienung als beispielsweise eine Zentralheizung.

Bei einer Zentralheizung wird die gewünschte Raumtemperatur meist über eine Regelung eingestellt. Beim Holzofen wird dagegen direkt mit Brennstoff, Luftzufuhr und dem Zeitpunkt des Nachlegens gearbeitet.

Wichtige Punkte sind:

        
  • geeignetes und ausreichend     trockenes Brennholz verwenden

        
  • die zulässige Holzmenge beachten

        
  • passende Scheitgrößen verwenden

        
  • für ausreichende Verbrennungsluft     sorgen

        
  • den Ofen entsprechend der     Herstellerangaben betreiben

        
  • nicht unnötig große     Brennstoffmengen auf einmal auflegen

        
  • beim Nachlegen die Vorgaben des Herstellers beachten

Die genaue Bedienung kann von Modell zu Modell unterschiedlich sein.

Nicht nur möglichst viel Holz auflegen

Mehr Brennholz bedeutet nicht automatisch mehr nutzbare Wärme.

Ein Holzofen ist für einen bestimmten Betriebsbereich ausgelegt. Wird deutlich mehr Holz aufgelegt als vorgesehen, kann die Verbrennung beeinträchtigt werden und der Ofen kann stärker belastet werden.

Deshalb sollte die vom Hersteller angegebene Brennstoffmenge eingehalten werden.

Auch die Heizleistung des Ofens muss zum Raum passen. Ein zu leistungsstarker Ofen kann in einem kleinen Raum dazu führen, dass sehr schnell hohe Temperaturen entstehen.

Nachlegen von Brennholz

Beim Nachlegen sollte der richtige Zeitpunkt gewählt werden.

Idealerweise wird nicht erst dann neues Holz aufgelegt, wenn das Feuer vollständig erloschen ist. Gleichzeitig sollte der Feuerraum nicht unnötig mit großen Mengen Brennholz gefüllt werden.

Der richtige Zeitpunkt und die zulässige Menge hängen vom jeweiligen Gerät ab.

Beachten Sie deshalb die Bedienungsanleitung Ihres Holzofens oder Holzherdes.

Warum trocknes Holz so wichtig ist

Der Feuchtegehalt des Brennholzes hat einen direkten Einfluss auf den Heizbetrieb.

Bei feuchtem Holz muss zunächst Wasser verdampft werden. Dadurch steht weniger Energie unmittelbar für die Wärmegewinnung zur Verfügung.

Trockenes, geeignetes Brennholz kann dagegen besser entzündet werden und unterstützt eine kontrollierte Verbrennung.

Auch die Lagerung des Brennholzes spielt deshalb eine wichtige Rolle.

Holzofen und Holzherd richtig nutzen

Das Grundprinzip der Holzverbrennung gilt sowohl für Holzöfen als auch für Holzherde. Die konkrete Bedienung kann sich jedoch deutlich unterscheiden.

Ein Holzherd kann zusätzlich über eine Kochfläche und je nach Modell über ein Backfach verfügen. Dadurch wird die erzeugte Wärme nicht nur zur Raumbeheizung genutzt.

Bei einem klassischen Holzofen steht dagegen meist die Wärmeabgabe an den Raum im Vordergrund.

Welche Funktionen tatsächlich genutzt werden können, hängt immer vom jeweiligen Modell und seiner technischen Ausführung ab.

Holz als Ergänzung zur bestehenden Heizung

Ein Holzofen muss nicht zwangsläufig die einzige Wärmequelle eines Hauses sein.

Er kann auch ergänzend zu einer vorhandenen Heizungsanlage eingesetzt werden. Beispielsweise kann der Wohnbereich gezielt mit dem Holzofen beheizt werden, während die bestehende Heizungsanlage weiterhin andere Räume versorgt.

Ob und wie diese Kombination sinnvoll eingesetzt werden kann, hängt unter anderem von Gebäude, Raumgröße, Dämmstandard und Wärmebedarf ab.

Was gehört zu einem guten Heizbetrieb?

Ein guter Heizbetrieb entsteht durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren.

Der Ofen allein macht noch keine gute Verbrennung.

Entscheidend sind:

Passender Ofen + geeignetes Brennholz + richtige Holzmenge + ausreichende Verbrennungsluft + richtige Bedienung

Wenn diese Faktoren zusammenpassen, kann der Holzofen seine vorgesehene Funktion zuverlässig erfüllen.

Häufige Fehler beim Heizen mit Holz

Zu feuchtes Holz

Feuchtes Brennholz kann die Verbrennung erschweren und zu stärkerer Rauchentwicklung führen.

Zu viel Brennholz

Der Feuerraum sollte nicht überladen werden. Die zulässige Brennstoffmenge des Herstellers ist einzuhalten.

Falsche Scheitgröße

Die Holzscheite müssen zum Brennraum und zu den Angaben des jeweiligen Ofens passen.

Zu wenig Verbrennungsluft

Eine unzureichende Luftzufuhr kann die Verbrennung beeinträchtigen.

Falsche Bedienung

Jeder Holzofen hat seine eigenen technischen Eigenschaften. Deshalb sollten die Einstellungen und Bedienungshinweise des Herstellers beachtet werden.

Fazit: Heizen mit Holz braucht das richtige Zusammenspiel

Heizen mit Holz ist mehr als das bloße Verbrennen von Scheitholz.

Brennholz, Ofen, Verbrennungsluft und Bedienung müssen zusammenpassen.

Ausreichend trockenes und geeignetes Brennholz bildet die Grundlage. Die richtige Scheitgröße, eine passende Brennstoffmenge und die vom Hersteller vorgesehene Luftzufuhr unterstützen einen kontrollierten Heizbetrieb.

Wer seinen Holzofen oder Holzherd entsprechend seiner technischen Vorgaben nutzt, kann die vorhandene Wärme des Brennholzes sinnvoll einsetzen.

Weitere Informationen finden Sie in unseren Ratgebern:

Holzofen kaufen – 10 wichtige Punkte

und

Holzofen richtig anzünden – so gelingt ein guter Start.